Zusammenfassung der Ergebnisse "Flucht und Religion" am 4. Juli im Bürgersaal des Rathauses

Innenansicht Blaue Moschee, Mosaike

Im April 2016 befanden sich über 18.000 geflüchtete Menschen in der Öffentlichen Unterbringung in Hamburg, zudem knapp 15.000 Menschen in den Erstaufnahmestellen. Die Geflüchteten gehören unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen an und haben gerade nach teilweise traumatischen Erfahrungen das Bedürfnis nach Halt, Ruhe und Sicherheit.

An vier Thementischen haben Bürger*innen mit Expert*innen im Rahmen eines WORLD CAFÉS exemplarisch über einige Leitfragen von Religion und Flucht gesprochen: Welche Bedeutung hat Religion im Kontext von Flucht, Migration und Integration? Welche Rolle spielt Religion in den Erstaufnahmeeinrichtungen, wie ist die Situation von Christ*innen? Wie kann Religion zur Prävention von fundamentalistischen Religionskonzepten beitragen? Welchen Beitrag können multireligiöse Räume liefern, wie können diese aussehen? Wie kann der interreligiöse Dialog weiter gefördert werden? Wie wird Flüchtlingsarbeit in muslimischen Gemeinden betrieben und was ändert sich dadurch für die muslimischen Gemeinden selber und für ihr Verhältnis zum Staat?

Dabei wurden Probleme benannt, neue Fragen aufgeworfen und Ideen bzw. Forderungen gesammelt. Im Folgenden sind die Ideen und Forderungen kurz skizziert:

Wir brauchen…

- eine verstärkte Kooperation mit religiösen Gemeinden als Brückenbauer
- ein Handbuch mit den wichtigsten religiösen Begriffen in verschiedenen Sprachen
- einen muslimischen Wohlfahrtsverband
- ein erhöhtes Bewusstsein für die Rolle von Religion und den Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen
- Begegnungshäuser und/oder multireligiöse Gebetsräume in den Quartieren
- religionsneutrale (nicht -freie!) Räume in den Einrichtungen
- eine Dokumentation und ein Monitoring der Situation von Christ*innen in den Erstaufnahmeeinrichtungen
- interkulturelle Fortbildungen für das Personal in Einrichtungen
- eine Förderung des interreligiösen Dialogs in den Einrichtungen und Unterbringungen, auch durch geschützte Begegnungsräume.

Wir werden diese Aspekte in den kommenden Regierungsjahren prüfen. Unverzichtbar dabei sind die Gemeinden und ihre Mitglieder. Wir als Grüne Bürgerschaftsfraktion werden den interreligiösen Dialog weiter fördern und gemäß dem Koalitionsvertrag die islamischen und alevitischen Verbände und Gemeinden auf ihrem Weg der Anerkennung als Körperschaft unterstützen.

Am Ende aber – so fassen es alle Expert*innen an diesem Abend zusammen – ist der Dialog entscheidend. Vertrauen entsteht durch Begegnung, durch gemeinsame Feste und Räume. Allerdings ist der Wille, sich offen zu begegnen, politisch nicht verordenbar. Doch „die Politik“ kann dafür sorgen, dass der Rahmen für Begegnungen ermöglicht wird. Dafür werde ich mich einsetzen. 

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