Veranstaltungsbericht: Fischkopp trifft Falafel – Integration: Sprache verbindet!

Banner zur Veranstaltung: Fischkopp trifft Falafel

Sprache ist ohne Zweifel eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für die Teilhabe an unserer Gesellschaft. Ob für Alltag oder Arbeitsmarkt –  es ist von großer Bedeutung, die vielen nun hier lebenden Menschen beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Wie aber kann dies am besten gelingen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion, die am 1. Juli 2016 im Hamburger Rathaus stattfand. Rund 40 Gäste diskutierten mit den Abgeordneten Filiz Demirel und Farid Müller in zwei Workshops über die Herausforderungen und Probleme, die sich in verschiedenen Bereichen der Sprachförderung ergeben. Die Diskussionen waren geprägt von fachkundigen Beiträgen der Gäste, die zum großen Teil tagtäglich mit dem Thema in Berührung kommen – als haupt- oder ehrenamtliche Sprachlehrer*innen, bei der Arbeit für einen Bildungsträger oder als Mitarbeiter*innen in Verwaltung und Politik.

Ziel des ersten Workshops war der Einblick in den Alltag der ehrenamtlichen Sprachhilfe. Die anwesenden ehrenamtlichen Lehrkräfte machten in der Diskussion insbesondere darauf aufmerksam, dass es in der Praxis an einer ausreichenden Vernetzung der unterschiedlichen Sprachförderangebote mangele. Dies äußerte sich unter anderem in der Forderung nach zentralen Ansprechpartnern und einer generell verbesserten Kommunikation zwischen Ehrenamt, Hauptamt und Behörden. Darüber hinaus wurde davon berichtet, dass die Sprachhelfer*innen besonders in den Erstaufnahmen häufig mit Informations- und Beratungsbedarf konfrontiert sind, der weit über Sprachvermittlung hinausgeht. Diesem können sie oft nicht in ausreichender und verantwortlicher Art und Weise begegnen. Es müsse überlegt werden, mit was für Angeboten die Ehrenamtlichen hierbei entlastet werden können.

Der zweite Workshop beschäftigte sich mit der professionellen, staatlich organisierten Sprachvermittlung. Zentraler Eindruck aus dieser Diskussion war, dass die Rahmenbedingungen, unter denen die Kurse stattfinden, zu großer Unzufriedenheit führen. Die Arbeitsbedingungen der hauptamtlichen Lehrkräfte müssten verbessert werden, genauso wie die finanzielle Ausstattung der Träger. Auf diese Weise könne eine bessere Entlohnung ermöglicht werden, sowie auch eine Steigerung der Kursqualität – zum Beispiel durch bessere Unterrichtsräume. Des Weiteren wurde die Verwaltung der staatlichen Sprachförderangebote kritisiert. Auch hier müsse dafür gesorgt werden, dass Informationen effektiver koordiniert und einfacher zugänglich gemacht werden – beispielsweise durch eine zentrale Webseite. Zudem müsse dringend dafür gesorgt werden, dass die zum Teil langen Wartezeiten abgebaut werden. Viele Teilnehmer*innen forderten  einen weiteren Betreuungsansatz in den Integrationskursen. Zum einen müsste die Sprachvermittlung von einer intensiveren psychosozialen Betreuung begleitet werden, da viele traumatisierte Geflüchtete nur so richtig erreicht werden könnten. Außerdem sollten die Angebote der Sprach- und Integrationskurse für mehr Personengruppen geöffnet und noch mehr an die verschiedenen Bedarfe angepasst werden.

Workshop-übergreifend wünschten sich die Teilnehmer*innen der Veranstaltung eine größere gesellschaftliche Wertschätzung für die geleistete Arbeit – im ehren- und hauptamtlichen Bereich. Klar ist: Wir müssen dafür sorgen, dass sie diese bekommen. Denn die vielen im Bereich der Sprachförderung engagierten Menschen leisten eine unglaublich wichtige Arbeit. Auch wenn noch viele Baustellen vorhanden sind – Sprache ist und bleibt zentral für gelingende Integration.  Und in genau diesem Sinne nehmen Filiz Demirel und Farid Müller die zahlreichen Impulse in ihre parlamentarische Arbeit auf. 

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